Ghee: Anwendung und Wirkung

Wenn es ums Braten geht, greift der Deutsche entweder zu Butter oder klassischen Speiseölen. Doch immer häufiger findet sich auch Ghee in der Küche. Warum das die beste Entscheidung für Ihre Gesundheit ist und wie Sie Ghee ganz einfach selbst herstellen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ghee: Heilmittel im Ayurveda

Im Ayurveda ist Ghee ein seit Jahrtausenden vielfältig eingesetztes Heil- und Lebensmittel. Dabei wird das gemeinhin als Butterschmalz bezeichnete Fett sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet: zum einen bei der Zubereitung von Speisen und zum anderen bei körperlichen Beschwerden.

Inzwischen haben sich die vielfältigen Anwendungsbereiche von Ghee auch in der westlichen Welt herumgesprochen. Abgesehen davon steht Ghee aus noch einem guten Grund in den Biomarkt- und Discounterregalen: Es ist unheimlich lecker! Der Geschmack lässt sich als buttrig-nussig beschreiben und bereits der Duft von frischem Ghee regt den Appetit an.

Rezept zur Herstellung von Ghee

Ein Glas Ghee bekommen Sie je nach Qualität für 9-12 Euro. Sie können jedoch auch Ihr eigenes Ghee herstellen. Dazu benötigen Sie:

  • 3 Stück Bio-Weidebutter (Sauer- oder Süßrahm)
  • 1 Topf
  • 1 Holzlöffel
  • 1 feines Sieb
  • 1 Gefäß

Tipp: Achten Sie darauf, dass alle Utensilien so sauber wie möglich sind, um Verunreinigungen und Schimmelbildung beim späteren Ghee zu vermeiden.

Und so einfach geht’s: Erhitzen Sie den Topf auf leichter Stufe und lassen Sie die Butter langsam schmelzen. Wichtig ist hierbei, dass Sie mit so niedriger Hitze wie möglich arbeiten (max. 40-60 Grad), da die Butter auf keinen Fall anbrennen darf.

Rühren Sie die Butter während des Schmelzens nicht um, sondern warten Sie, bis die geschmolzene Masse zu blubbern anfängt. Dieser Prozess kann je nach Hitzeeinstellung ca. 20-30 Minuten dauern. Schon bald bildet sich auf der Oberfläche der Flüssigkeit eine weißgelbe, schaumige Ausflockung: Milcheiweiß. Schöpfen Sie diese mit dem Holzlöffel vorsichtig ab und entsorgen Sie den Schaum.

Wiederholen Sie den Vorgang so lange, bis die Ausflockungen vollständig abgeschöpft sind und die Flüssigkeit nicht mehr blubbert. Dies ist das Zeichen dafür, dass Sie das Wasser aus dem Ghee erfolgreich herausgekocht haben. Lassen Sie das Ghee anschließend abkühlen und gießen Sie es durch das feine Sieb in ein steriles Gefäß. Fertig!

Achtung: Lagern Sie Ghee niemals im Kühlschrank. Durch das herausgekochte Wasser hält es sich bei Raumtemperatur und an einem lichtgeschützten Ort über Wochen bis hin zu Monaten. In diesem Zweck hat Ghee auch seinen historischen Ursprung: Seine lange Haltbarkeit sicherte den Menschen in Indien und Pakistan vor Tausenden Jahren selbst bei Hitze ein gesundes, haltbares Butterreinfett.

Im Kühlschrank dagegen zieht Ghee Wasser und verschimmelt schneller. Lagern Sie es daher im Vorratsschrank.

Wem der Herstellungsprozess mit zu viel Geduld und Aufwand (sterile Umgebung) verbunden ist, der macht bei einem Kauf von hochwertigem Ghee im Handel nichts falsch.

– Anzeige –

Finck Naturkost – Bio Ayurveda Ghee, 480g

Das Ghee wird nach alter, traditioneller Rezeptur hergestellt, indem man Butter solange klärt und veredelt, bis diese gänzlich frei wird von Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker. Es entsteht ein reines Naturprodukt von höchster Qualität.

Zum Produkt

Ghee als gesundes Bratfett

Viele Speiseöle wie Raps- und Olivenöl bilden bei Erhitzung krebserregende Stoffe und freie Radikale. Das liegt daran, dass bei diesen Ölen der Rauchpunkt beim Braten von Speisen überschritten wird, sie sich also eigentlich nicht zum Erhitzen eignen. Beim Ghee ist das nicht der Fall, denn dieses Butterreinfett verfügt über einen hohen Rauchpunkt von 205 Grad. Das ist ideal für die Pfanne, da selbst dickes Fleisch bei einer Hitze von 150 bis 200 Grad gar wird.

Im Übrigen kann Ghee auch von laktoreintoleranten Menschen verzehrt werden, weil der Lactosegehalt so gut wie gleich Null ist.

Wer denkt, dass Butter dieselben Eigenschaften besitzt, irrt leider, da diese noch Verunreinigungen wie Milcheiweiß enthält und der Rauchpunkt bei nur 175 Grad liegt. Mit anderen Worten: Ghee ist nur das Beste aus der Butter ohne deren Nachteile.

Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorteile von Ghee

Ghee enthält eine Vielzahl fantastischer Stoffe für die eigene Gesundheit:

  • Vitamine (A, D, E, K, B3)
  • Mineralstoffe (Natrium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen)
  • Einfach ungesättige Fettsäuren (bis zu 27 %)
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (maximal 4-5 %)

Darüber hinaus hat Ghee folgende Vorteile:

  • erleichtert die Aufnahme der fettlöslichen Stoffe
  • verbessert und intensiviert den natürlichen Geschmack von Speisen
  • wird basisch verstoffwechselt
  • senkt Cholesterinwerte
  • erhöht das Pitta Dosha nicht
  • wirkt entgiftend, reinigend, immunstärkend, regenerierend und verjüngend (Anti-Aging)
  • beugt Entzündungen vor
  • macht trockene Haut geschmeidig (äußere Anwendung)
  • hilft bei Sodbrennen
  • löst Verstopfungen
  • lindert Verspannungen, Gelenk- und Muskelschmerzen
  • verbessert das Hautbild bei Akne
  • reduziert Narbenbildung
  • beschleunigt die Heilung von Schürf- und Schnittwunden

Hinweis: Nehmen Sie am Tag nicht mehr als 2-3 Esslöffel Ghee zu sich, da sich ein Übermaß an Ghee negativ auf die Gesundheit auswirkt (zu viel Agni).

Ghee für die Entgiftung

In der sogenannten Panchakarma-Kur spielt Ghee eine zentrale Rolle. Bei der kleinen Variante dieser Kur trinken Sie in den ersten 1-3 Tagen jeden Morgen ca. 55 Gramm Ghee am frühen Morgen. Dadurch sollen Giftstoffe aus dem Körper gelöst und herausgespült werden.

Auch in den folgenden Tagen der Kur nehmen Sie Ghee zu sich: in leichten, vegetarischen Speisen und als Bratfett. Ab dem vierten Tag folgt auf die innere die äußere Ölung, sprich: Sie versorgen Ihren Körper über die Haut mit der geklärten Butter. Dies setzt sich bis zum siebten Tag fort, an dem Sie bis zum Abend keine feste Nahrung zu sich nehmen. Am frühen Abend können Sie sich dann einen Teller Kitchari gönnen, ein traditionelles indisches Gericht.

Auf die hohe Qualität beim Ghee achten

Ob Sie sich für die eigene Herstellung oder für den Kauf von Ghee entscheiden: Achten Sie auf bestmögliche Zutaten von biologisch zweifelsfreier Herkunft. So haben Sie viel Freude an Ihrem Ghee und profitieren von den zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen.

Studien und Quellen

Daniali, G., S. Jinap, P. Hajeb, M. Sanny, and C. P. Tan (2016), ‘Acrylamide formation in vegetable oils and animal fats during heat treatment’, Food chemistry, Vol. 212, pp. 244–49.

Ganguli, N. C. and M. K. Jain (1973), ‘Ghee. Its Chemistry, Processing and Technology’, Journal of Dairy Science, Vol. 56, No. 1, pp. 19–25.

Grootveld, M., M. D. Atherton, A. N. Sheerin, J. Hawkes, D. R. Blake, T. E. Richens, C. J. Silwood, E. Lynch, and A. W. Claxson (1998), ‘In vivo absorption, metabolism, and urinary excretion of alpha,beta-unsaturated aldehydes in experimental animals. Relevance to the development of cardiovascular diseases by the dietary ingestion of thermally stressed polyunsaturate-rich culinary oils’, The Journal of clinical investigation, Vol. 101, No. 6, pp. 1210–18.

Karandikar, Y. S., A. S. Bansude, and E. A. Angadi (2016), ‘Comparison between the Effect of Cow Ghee and Butter on Memory and Lipid Profile of Wistar Rats’, Journal of clinical and diagnostic research : JCDR, Vol. 10, No. 9, FF11-FF15.

Sharma, H. B., S. Vyas, J. Kumar, and S. Manna (2018), ‘Beneficial effect of ghee consumption over mustard oil on lipid profile. A study in North Indian adult population’, Journal of complementary & integrative medicine.

Sharma, H., X. Zhang, and C. Dwivedi (2010), ‘The effect of ghee (clarified butter) on serum lipid levels and microsomal lipid peroxidation’, Ayu, Vol. 31, No. 2, pp. 134–40.

Sserunjogi, M. L., R. K. Abrahamsen, and J. Narvhus (1998), ‘A Review Paper. Current Knowledge of Ghee and Related Products’, International Dairy Journal, Vol. 8, No. 8, pp. 677–88.

Umano, K. and T. Shibamoto (1987), ‘Analysis of acrolein from heated cooking oils and beef fat’, Journal of Agricultural and Food Chemistry, Vol. 35, No. 6, pp. 909–12.

Das könnte Sie auch interessieren

Rating: 5.0/5. Von 1 Abstimmung.
Bitte warten...

Über den Autor:

Benjamin ist Redakteur bei TrustedSupps sowie Fan hochwertiger Superfoods und natürlicher Supplemente. Daher schreibt er Artikel, die sowohl auf wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch auf persönlicher Erfahrung basieren.

Sagen Sie Ihre Meinung!