Bulletproof Coffee: Gesunder Energielieferant?

Wenn Sie zu den Menschen gehören, für die ein guter Tag mit einer Tasse Kaffee beginnt, haben wir vielleicht ein interessantes Rezept für Sie. Denn mit einem Bulletproof Coffee sorgen Sie nicht nur für einen belebenden Energiekick, sondern versorgen Ihren Körper mit wertvollem Fett. Ein Trend, der nicht nur Stars begeistert. Aber hält er auch, was er verspricht?

Als der US-Amerikaner und Biohacker Dave Asprey aus Tibet zurückkehrte, nahm er eine Entdeckung mit, die sein Leben und das von Millionen Kaffeeliebhabern verändern sollte. Von den hiesigen Sherpas hatte er den Butterkaffee kennengelernt: ein Kaffee mit einem Stück zerlassener Yakbutter, der lange sättigt und reichlich Energie für die Gebirgsaufstiege im Himalay liefert.

Asprey entwickelte daraus eine eigene Marke: den Bulletproof Coffee. Schnell sprach sich das Rezept herum, anfangs in der Paleo-Szene. Heute ist der Butterkaffee weltbekannt. Obwohl oder wahrscheinlich gerade weil seine Zusammensetzung verblüffend einfach ist.

Das Rezept für Bulletproof Coffee

Das Rezept nach Asprey ist simpel:

  • 2 ½ gehäufte Esslöffel gemahlene toxinfreie Kaffeebohnen
  • 1 Teelöffel “Brain Octaine”-Öl
  • 1-2 Esslöffel ungesalzene Butter oder Ghee von mit Gras gefütterten Weidekühen

Mit “toxinfrei” sind Kaffeebohnen gemeint, die so hochwertig und frei von Schadstoffen wie möglich sind. Asprey zufolge seien es nämlich jene Gifte und nicht das Koffein, welche zu Unwohlsein beim Kaffeekonsum führen.

Ob das tatsächlich so ist und welche Kritikpunkte beim Bulletproof Coffee noch zu erwähnen sind, erfahren Sie am Ende des Artikels. Vorab wollen wir Ihnen jedoch unser einfaches, alltagstaugliches Alternativrezept für einen leckeren Butterkaffee vorstellen:

  • 2 ½ gehäufte Esslöffel gemahlene, unbehandelte Kaffeeebohnen (Filterkaffee)
  • 1 Teelöffel MCT-haltiges Öl (z. B. Kokosöl)
  • 1-2 Esslöffel Bio-Weidebutter oder Ghee

Warum Filterkaffee? Weil das Getränk so sauber wie möglich sein sollte. Der Filter sorgt dafür, dass problematische Stoffe nicht in die Tasse gelangen. Dazu zählen beispielsweise Cafestol und Kahweol: die beiden Diterpen-Alkohole erhöhen den Cholesterinspiegel deutlich. Achten Sie weiterhin darauf, Bio-Kaffee zu verwenden, um die Qualität zusätzlich zu erhöhen.

Wer jetzt denkt, Asprey und unsere Redaktion leiden unter Geschmacksverirrung, sollte die weltumspannende Fangemeinde im Hinterkopf behalten. Denn der Butterkaffee ist gefragt wie nie, unter anderem bei Showgrößen wie Shailene Woodley und Fitnessexperten wie Justin Levato.

Entwickeln Sie Ihr eigenes Rezept

Entwickeln Sie Ihr eigenes Rezept

Selbstverständlich können Sie Ihren Spezialkaffee auch mit anderen Zutaten mixen. Nur handelt es sich dann eben nicht mehr um das Originalrezept. Ganz nach dem Prinzip Keep it simple können Sie sogar die Butter weglassen. Verwenden Sie stattdessen einen Esslöffel Kokosöl mehr pro Tasse.

Tipp: Lesen Sie auch den Beitrag: 9 Gründe, warum Kokosöl in jeden Haushalt gehört

Da Kokosöl von sich aus jede Menge MCT-Fette und eine angenehm exotische Geschmacksnote enthält, schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen erhalten Sie ein hochwertiges veganes Getränk mit gesunden Fetten. Zum anderen brauchen Sie kein künstlichen Aromasirup, welcher oftmals übermäßig viel Zucker enthält.

Effektiver ist der Bulletproof Coffee jedoch mit Butter oder Ghee, da Kokosöl diese strenggenommen nicht ersetzt. Vielmehr unterstützen sich MCT-haltiges Öl und tierisches Fett gegenseitig in ihrer Wirkung.

Wirkung von Bulletproof Coffee

Die hohe Nährstoffdichte und einzigartige Kombination von Fett und koffeinhaltigem Kaffee hat zahlreiche positive Effekte auf Körper und Geist. Vorausgesetzt, sämtliche Zutaten sind von bestmöglicher Qualität.

Höhere Leistungsfähigkeit

Butterkaffee wirkt wie ein Booster für das Gehirn. In Studien wurde nachgewiesen, dass koffeinhaltiger Kaffee Potenziale fördert, darunter eine Stärkung des Langzeitgedächtnises, sowie eine gesteigerte geistige Leistungsfähigkeit. Reizverarbeitung und Stoffwechsel beschleunigen sich.

Zusätzliches Futter erhält unser Denkapparat beim Butterkaffee dank schnell zu verwertender Fette. Auch das Training im Fitnessstudio fällt leichter, da die Muskeln besser durchblutet werden und der Körper mit Energie versorgt ist.

Kein Heißhunger

Da ein Bulletproof Coffee lange sättigt, bleiben Heißhungerattacken aus. Statt Ihren Körper mit Zucker oder minderwertigen Fetten zu belasten, versorgen Sie sich mit einem biologisch hochwertigen Getränk, das Nährstoffe aus der Natur enthält.

Gewichtsabnahme

Weniger Heißhunger bedeutet weniger Versuchungen zu ungesunden Snacks. Darüber hinaus wird durch den Konsum von Butterkaffee und des darin enthaltenen MCT-Öls der Fettstoffwechsel angekurbelt. So hat der Körper die Gelegenheit, überschüssiges Fett abzubauen.

Besser als Milchkaffee

Besser als Milchkaffee

Wer die sämige Konsistenz eines Milchkaffees liebt, dem wird der Umstieg auf den Bulletproof Coffee leichtfallen. Ob Butter oder hochwertiges Öl: Die cremige Konsistenz kann locker mit klassischen Mixturen wie Latte macchiato mithalten. Probieren Sie es aus und finden Sie Ihre eigene Geschmacksrichtung.

Milch ist dagegen ein weitgehend totes Nahrungsmittel: Pasteurisiert und ultrahocherhitzt durchläuft sie mehrere Schritte, bei denen Nährstoffe zerstört werden. Bei Weidebutter und Ghee hingegen bleibt das hochwertige Fettsäurespektrum erhalten. Auch finden sich in beiden fettlösliche Vitamine.

Wie oft kann ich einen Bulletproof Coffee verzehren?

Zwar sättigt der Butterkaffee lange. Ein vollwertiger Ersatz für eine Mahlzeit ist er allerdings nicht. Daher sollte der Bulletproof Coffee eine Ausnahme und nicht die dauerhafte Alternative zum Frühstück sein.

Doch keine Bange: Dick macht dieser Kaffee bei ausgewogenem Verzehr nicht. Insbesondere dann nicht, wenn Sie ihn mit MCT-Ölen wie Kokosöl trinken. Denn die mittelkettigen Fettsäuren werden vom Körper zuerst verbrannt, anstatt sie in Depots einzulagern.

Daher gibt es seit Kurzem auch die umstrittene Bulletproof Diet, die ebenfalls von Dave Asprey stammt. Umstritten deshalb, weil die Zufuhr von Butterkaffee allein auf lange Sicht zu einem Nährstoffmangel führt.

Ist der Bulletproof Coffee nun ein Wundermittel? Sicherlich nicht. Vielmehr handelt es sich dabei um einen hervorragenden Helfer, wenn es darum geht, auf möglichst natürliche Art fit und konzentriert zu bleiben. Gleichzeitig sollten Sie bei Erschöpfung, Unkonzentriertheit und Ermüdung Ihre Lebensumstände im Blick behalten. Sprich: Bei einem Burn-out, ungesunder Ernährung oder Dauerstress ist der Bulletproof Coffee definitiv keine Lösung auf die Schnelle.

Kritik am Bulletproof Coffee

Kritik am Bulletproof Coffee

Einige Behauptungen zum Wunderkaffee werden von Ernährungsexperten wie Sven-David Müller kritisch gesehen. So bestehe die Ursache für die intensive Wirkung von Bulletproof Coffee in den Gewohnheiten der Konsumenten selbst.

Nur wenige Menschen würden ausgewogen und bewusst frühstücken. Doch gerade morgens benötige der Körper viel Energie. Wenn nun der Butterkaffee im Körper seine Wirkung entfaltet, sind diese Menschen im Grunde auf Normalzustand mit jenen, die sich die Zeit für ein ausgiebiges Frühstück nehmen. Das könne sich anfühlen wie ein Energieschub.

Zusammengefasst hieße das: Butterkaffee ist lediglich die bequeme Alternative zu einem vitalstoffreichen Frühstück. Es sollte allerdings klar sein, dass ein Kaffee mit einem Stück Butter und MCT-Öl nicht dasselbe ist wie die Kombination von Müsli, Orangensaft und Joghurt. Wobei alle drei Nahrungsmittel für sich genommen ebenfalls Kritikpotenzial bergen.

Den Fettstoffwechsel berücksichtigen

Weiterhin wird Skepsis in Bezug auf Aspreys Verwendung von MCT-Öl geäußert. Dieses sei “ein hochraffiniertes Produkt, ohne jede Form von Mikronährstoffen”. Das Problem lässt sich jedoch einfach umgehen, indem man statt auf künstlich gewonnenes MCT-Öl auf ein Naturprodukt wie Kokosöl zurückgreift.

Allerdings ist die Sache mit dem Fettstoffwechsel nicht so einfach, wie es das Marketing zum Butterkaffee propagiert. Verbraucher berichten unter anderem von Verdauungsproblemen und Fettstühlen, welche wiederum die Aufnahme anderer Nährstoffe im Darm beeinträchtigen.

Beim Konsum vom sogenannten “Bulletproof Coffee” ist also Vorsicht geboten. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie an Stoffwechselerkrankungen leiden. Sprechen Sie Ihre Experimente mit Butterkaffee daher mit Ihrem Arzt bzw. Ihrem Ernährungsberater ab.

Fazit

Verantwortungsbewusst eingenommen, kann der Bulletproof Coffee bzw. Butterkaffee eine schnelle und extrem wirkungsvolle Energiequelle sein, die satt durch den Vormittag hilft. Als dauerhafter Ersatz für eine vollwertige Mahlzeit oder gar als Diät kommt er jedoch aufgrund seines einseitigen Vitalstoffspektrums und hohen Fettgehalts nicht in Frage. Es ist eben, wie Paracelsus bereits sagte: Die Dosis macht das Gift. Wenn Sie den Butterkaffee als seltene Ausnahme ansehen, können Sie ihn guten Gewissens als leckeren Energielieferanten genießen.

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Über den Autor:

Benjamin ist Chefredakteur bei TrustedSupps sowie Fan hochwertiger Superfoods und natürlicher Supplemente. Daher schreibt er Artikel, die sowohl auf persönlichen Erfahrungen als auch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

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